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Bachwochen Hamburg

So 31. Oktober 2021 | 18:00 Uhr

Hamburg | St. Michaelis Englische Planke 1
Hamburg, 20459

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Jörg Endebrock wählte in Absprache mit unserem Dramaturgen für das Konzert mit dem Freiburger Barockorchester im Rahmen der Bachwochen Hamburg 2021 zwei Kompositionen von Georg Friedrich Händel, die in zwei unterschiedliche Schaffensphasen des Hallenser Meisters fallen: sein Laudate Pueri HWV 237 und seine Ode for St. Cecilia’s Day HWV 76. Die Motette Laudate Pueri für Sopran, Chor und Orchester entstand während Händels Aufenthalt in Italien. Händel machte sich im Jahre 1706 von Hamburg nach Italien auf. In Hamburg hatte er bereits vier Opern aufgeführt, mit veritablem Erfolg. Drei der vier Opern sind heute verschollen und man glaubt, Händel habe die Partituren selbst vernichtet, weil er mit dem Ergebnis nicht zufrieden war. Er wollte besser werden, wollte lernen – und das ging damals am besten in Italien. Dort lernte Händel jedoch nicht nur sein Opernhandwerk zu perfektionieren, sondern machte auch Bekanntschaft mit der katholischen Kirchenmusik. So verfasste er neben kleineren Kantaten auch sein berühmtes Dixit Dominus HWV 232 und auch die eingangs erwähnte Motette Laudate pueri. Die Motette steht ganz in der italienisch- venezianischen Tradition mit klar gegliederten Solo- und Tutti-Abschnitten. Während die Chorabschnitte typisch blockartig mit schlichtem Kontrapunkt erklingen, kommt der Sopranstimme eine ungemeine virtuose Bedeutung zu, mit schier endlosen Koloraturkaskaden. Mit seinen geistlichen Werken und seinen Opern begründete Händel in Italien seinen Weltruhm und über kurze Zwischenstationen in Deutschland folgte der junge Komponist einer Einladung des Earl of Manchester und reiste nach London, wo er in der Folge mehr als 40 Jahre das Musikleben wie kein anderer dominierte. In allen Bereichen war Händel nun in London führend: in der Kirchenmusik, in der Oper, im Oratorium und im instrumentalen Bereich. 1739 erhielt er von der Society of Music den Auftrag, eine Ode für den Cäcilientag am 22. November zu komponieren. Die Tradition der Cäcilienoden in England geht bis auf das Jahr 1683 zurück und wurde mit großem Aufwand gefeiert: Gottesdienste und Bankette standen auf dem Festplan, der Höhepunkt war die Aufführung einer eigens komponierten Ode. Zuvor hatten schon Komponisten wie Henry Purcell, Giovanni Battista Draghi oder John Blow Oden für den Festtag der Heiligen komponiert. Händels Cäcilienode ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich Händel noch in England weiterentwickelte. So finden sich eindeutige Reminiszenzen an die Musik von Henry Purcell, besonders in der Tenorarie „The Trumpet’s loud clangour“, die sehr an die Arie „Come if you dare the Trumpet’s sound“ aus Purcells King Arthur erinnert. Besonders beeindruckend ist jedoch der Schlusschor der Ode, in der die Apokalypse dargestellt wird: „The dead shall live, the living die“. Händel wählt hierfür einen ausladenden Kontrapunkt, der auf musikalisches Material von Georg Muffat zurückgreift. In ausgedehnt erklingenden, in sich verschränkenden, herrlich eleganten Melodielinien entwirft Händel eine nahezu optimistische Vision des Weltuntergangs.

Georg Friedrich Händel
Laudate pueri HWV 237
Ode for St. Cecilia’s Day HWV 76

Marie-Sophie Pollack Sopran
Thomas Hobbs Tenor
Kammerchor St. Michaelis
Freiburger Barockorchester
Petra Müllejans Konzertmeisterin
Jörg Endebrock Leitung

 

Details

Datum:
31. Oktober
Zeit:
18:00 bis ca.19:30
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

Hamburg | St. Michaelis
Englische Planke 1
Hamburg, 20459

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