Geschichte

Der Legende nach begann alles am Silvesterabend 1985, als sich mehrere Studenten der Freiburger Musikhochschule - angeregt vom bevorstehenden Jahreswechsel und ein paar Glas Sekt - entschlossen, sich zu einem Ensemble zusammenzutun und auf historischen Instrumenten Barock zu spielen.

Nach zwei Jahren Probenarbeit, mit intensivem Quellenstudium und angeregten Diskussionen darüber, wie denn wohl diese oder jene Phrase im barocken Sinne zu spielen sei, war es dann soweit: Am 8. November 1987 traten die Musiker erstmals unter dem Namen „Freiburger Barockorchester“ in der Burgheimer Kirche in Lahr auf. Auf dem Programm stand Barockmusik aus England (Purcell), Frankreich (Lully), Italien(Corelli), Österreich (Muffat) und Holland (Wassenaer).

Mit dieser Perspektive nähern sich die Musiker des Freiburger Barockorchesters auch nach über zwanzig Jahren ihres Bestehens immer noch einem einzelnen Werk oder einem Konzertprogramm. Mittlerweile hat sich allerdings ihr Repertoire eindrucksvoll vergrößert, mit einer Bandbreite vom barocken 17. Jahrhundert über Klassik und Romantik bis in die heutige Gegenwart. Ja, inzwischen haben „die Freiburger“ (wie sie oft in der Musikszene genannt werden) auch zeitgenössische Komponisten inspiriert, für ihre Barockinstrumente und ihre experimentelle, musikalische Neugier zu komponieren. Sehr oft sogar mit explizit barockem Bezug, etwa wie im August 2009 bei der Bachwoche Ansbach, wo die Musiker ein „Ansbachisches Konzert“ von Manfred Trojahn aus der Taufe hoben, das sich in Besetzung und konzertantem Gestus auf Johann Sebastian Bachs 4. „Brandenburgisches Konzert“ bezieht. 

Mit diesem künstlerischen Credo hat das Freiburger Barockorchester die bekanntesten Konzertsäle der internationalen Musikszene erobert.

Eine weitere untrennbar mit dem FBO verbundene Eigenschaft ist das überwiegende Spiel ohne Dirigenten. Wie im 18. Jahrhundert üblich, wird auch das Freiburger Barockorchester vom Pult des Konzertmeisters aus geleitet. Weniger historisch, sondern vielmehr äußerst zeitgemäß, wird bei den „Freiburgern“ diese Position von zwei gleichberechtigten künstlerischen Leitern (also einer „Doppelspitze“) ausgefüllt, die im Wechsel einzelne Projekte leiten: Gottfried von der Goltz und Petra Müllejans. Selbstverständlich werden für größer besetzte Werke Dirigenten eingeladen - prominentester Gast und ein besonders beliebter Partner der Musiker ist René Jacobs, unter dessen Leitung das FBO für die Einspielung von Mozarts Oper „Idomeneo“ den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2009 erhalten hat. Oft, und auch dies ist eine besondere Qualität des FBO, treten Musiker aus den eigenen Reihen als Solisten im Konzert und auf CD auf. Und damit wären wir auch bei dem Markenzeichen des Freiburger Barockorchesters angelangt: hoher Anspruch, große Spielfreude und wache musikalische Neugier. Unbekannte Musik neu zu entdecken ist dabei ebenso wichtig, wie bekannte Musik auf eine neue Art zum Sprechen zu bringen. Mit diesem künstlerischen Credo hat das Freiburger Barockorchester die bekanntesten Konzersäle der internationalen Musikszene erobert, in denen es mit ungefähr 100 Auftritten pro Jahr zu hören ist. Oft mit einigen der bekanntesten Interpreten unserer Zeit wie Christian Gerhaher, Isabelle Faust, Philippe Jaroussky und René Jacobs. Die Diskographie des Orchesters ist inzwischen auf über 60 CDs angewachsen, von denen viele Aufnahmen preisgekrönt sind. Dass sich das Freiburger Barockorchester auch in der traditionellen Klassikszene ganz nach oben gespielt hat, belegt die Tatsache, dass es 2009 als erstes Barockorchester überhaupt eingeladen wurde, die Salzburger Festspiele zu eröffnen. 

Neben der eigenen Konzertreihe im Freiburger Konzerthaus hat das FBO auch in der Stuttgarter Liederhalle und der Berliner Philharmonie seit 15 Jahren mit einer selbst veranstalteten Konzertreihe eine musikalische Heimat gefunden.