Das Orchester

Das Freiburger Barockorchester besteht aus 26 Musiker-Gesellschaftern (elf Violinen, vier Violen, zwei Violoncelli, Kontrabass, Cembalo, zwei Flöten, zwei Oboen, Fagott, zwei Hörner) sowie zahlreichen Gastmusikern, die das Orchester um Instrumente ergänzen, die im festen Orchesterstamm nicht zu finden sind (wie Blockflöte, Klarinetten, Trompeten, Pauken, Viola da Gamba und Laute). Gastmusiker werden auch für größere Besetzungen (Opern, romantisches Repertoire) hinzugezogen und sind auf vielen CD-Aufnahmen des FBO zu hören.

Violine

„Dies ist nach dem Klavier das vollkommenste Instrument. Unter allen eintönigen Instrumenten, ist die Violine dasjenige, welches die größte und vollkommenste Stuffenleiter hat. Das ganze Gebiet aller möglichen erreichbaren Empfindungen steht ihr offen. Ihre Töne sind singend, lebhaft, scharf, kernhaft und klar. Es läßt sich nach Willkühr darauf schattiren und schmelzen; auch springt man mit Leichtigkeit aus der niedrigsten Tiefe in die äußerste Höhe hinauf, und eben so zurück. Dabei kann sie noch viele Doppeltöne angeben, und ein künstlicher und gefühlvoller Virtuose kann alles darauf machen, was er nur will.“ [„Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag“, Wien 1796]

Gottfried von der Goltz
Petra Müllejans
Brian-Dean
Martina Graulich
Daniela Helm
Beatrix-Huelsemann
Christa Kittel
Gerd-Uwe Klein
Anne Katharina Schreiber
Brigitte Täubl
Kathrin Tröger

Viola

„Ihre Hauptbestimmung in ganzer Musik, besteht in der Begleitung, wobei sie unentbehrlich ist, indem sie als die Mittelstimme zwischen der Violine und dem Violoncell, eine nothwendige und angenehme Verbindung in der musikalischen Kette macht. Wo sie fehlt, da fehlt, so zu sagen, das Salz bei einer guten Speise. Dabei hilft sie die Momente bestimmen, und mancherlei Empfindungen ausmalen, und ist überhaupt zum Schattiren sehr nothwendig. Ausser der Unentbehrlichkeit dieses Instruments bei ganzer Musik, ist es auch im Solo sehr angenehm, und oft hinreissend. Aber ihre Behandlung erfordert viel Geschmack, Delikatesse und äußerst reinen Griff, denn, wo dieses fehlt, da wird sie leicht widerwärtig und dem Ohre unerträglich.“ [„Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag“, Wien 1796]

Christian Goosses
Annette Schmidt
Werner Saller
Ulrike Kaufmann

Violoncello

„Violoncello, oder die kleine Baßgeige, ist ein bekanntes Bogeninstrument, welches bey seinem Traktemente zwischen den Beinen gehalten wird. Bey voller Instrumentalmusik wird mit diesem Instrumente die Grundstimme mehrfach besetzt, und zur Ausfüllung der Contraviolon hinzugefügt. Sein starker, schöner und männlicher Ton, besonders aber seine angenehme Höhe, hat nicht allein die am Tone schwächere und mehr näselnde Viola da Gamba verdrängt, sondern, es eignet sich dadurch auch zugleich zu einem der angenehmsten Concert-Instrumente.“ [H.C. Koch, „Musikalisches Lexikon“, Frankfurt am Main 1802]

Guido Larisch
Stefan Mühleisen

Kontrabass

„Der Violon. Die eigentliche Bassgeige von gewaltigem durchschlagenden Tone. Der Bogen ist hier äusserst kurz und straff, wodurch der Ton an Dicke und Schnellkraft gewinnt. Ein Violon von der grössten Art ist so schwer zu spielen, dass eine Riesenfaust dazu gehört; und selbst diese Riesenfaust muss mit Hirschleder gewaffnet seyn. Wer diesen Geigenriesen mit Nachdruck in einem Orchester spielen will, muss bey vieler Theorie und Uebung ein ungemein gutes Gesicht haben.“ [C.F.D. Schubart, „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“, Wien 1806]

Dane Roberts

Flöte

„Unsere Querflöte ist sicher eine deutsche Erfindung. Der Ton dieser Flöte ist dick, voll und rein, voll Zärtlichkeit und Anmuth. Ländliche unverdorbene Natur, arkadisches Schäfergefühl, mit einem Wort, die musikalische Ekloge und Idylle gehören der Flöte. Die grössten Fürsten, wie Friedrich der Grosse, und der Churfürst Carl Theodor von Pfalzbayern, haben dies Instrument zu ihrem Lieblinge gewählt, und die trefflichsten Flötenspieler an ihren Höfen unterhalten. Die Applicatur des Instruments hat Quantz ins volle Licht gesetzt, und ein Meisterwerk darüber geschrieben.“ [C.F.D. Schubart, „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“, Wien 1806]

Karl Kaiser
Susanne Kaiser

Oboe

„Dieses reizende Instrument ist gleichsam der Liebling gefühlvoller Herzen, es hat außerordentlich viel Aehnliches mit der Menschenstimme, und wenn ein Virtuose im Stande ist, durch sein Spiel ein zärtliches Mädchenherz an sich zu ziehen, so ist es gewiß der Oboist. Nicht nur als begleitendes Instrument, ergreift sie unsere Gefühle, sondern auch im Solo. Ihre vorzügliche Anmuth liegt in zärtlichen, schmelzenden, sanfttraurigen Tönen, in schwellendem Wachsen und sterbendem Verlöschen, im langsamen Schweben durch Semitöne, im Seufzen und in Haltungen.“ [„Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag“, Wien 1796]

Katharina Arfken
Annkathrin Brüggemann

Fagott

„Fagot oder Baßon: Dieses sanft klingende Instrument gehört eigentlich auch unter die schattirenden Instrumente bei vollstimmigen Musiken. Seine Bestimmung ist also nicht, die Empfindung der Pracht, der Freude, der Erhebung zu erregen, sondern derjenige, der es mit Geschmack spielen will, der muß zärtliche, sanfte, trauernde Empfindungen erzeugen. Da der Fagot der menschlichen Stimme am nächsten kömmt, so muß der Virtuose, vorzüglich in den höhern Tönen, welche den Tenor imitieren, sein Gefühl und seine Kunst beweisen. Auch dieses Instrument erfordert einen großen Künstler, um in seiner ganzen Vollkommenheit zu erscheinen." [„Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag“, Wien 1796]

Javier Zafra

Horn

„Das Horn hat grosse Eigenschaften: das eigentliche Grosse oder Pathos, drückt es zwar nie aus; aber sanfte, süsse, den Nachhall weckende, zärtlichklagende und die Lücken der Saiteninstrumente ganz ausfüllende Töne, liegen im Umfange des Horns. Der Ton dieses Instruments, sein Umfang und die Lieblichkeit, wodurch besonders das Waldhorn alle Lücken der Musik ausfüllt, haben es mit Recht durch ganz Europa empfohlen. Das Waldhorn menschlich gedacht, ist ein guter ehrlicher Mann, der sich eben nicht als Genie, sondern als empfindsame Seele, fast allen Gesellschaften empfiehlt.“ [C.F.D. Schubart, „Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst“, Wien 1806]

Bart Aerbydt
Gijs Laceulle

Cembalo | Orgel

„Flügel, Clavicimbel, ital. Cembalo, franz. Clavecin. Ein sehr bekanntes Claviatur-Instrument von langer und spitzig zulaufender Form, von der es auch wegen einer entfernten Aehnlichkeit mit den Flügeln des Federviehes seine deutsche Benennung erhalten hat. Des Flügels aber bedient man sich in den mehresten großen Orchestern theils zur Unterstützung des Sängers bey dem Recitative, theils und hauptsächlich aber auch zur Ausfüllung der Harmonie vermittelst des Generalbasses.“ [H.C. Koch, „Musikalisches Lexikon“, Frankfurt am Main 1802]

Torsten Johann